In Krefeld tritt die Piratin Sandra Leurs als einzige weibliche Kandidatin für das Amt des Oberbürgermeisters an (Foto: Thomas Buchta)

Krefeld. Bei ihrem Bundesparteitag in Würzburg am letzten Wochenende zeigten sich die Piraten einig und schüttelten die Kinderkrankheiten der Vorjahre endgültig von sich. Politische und thematische Konstanz zeigen die ehemals als Internetpartei belächelten Polit- und Transparenzpioniere des digitalen Wandels nicht nur bei der Wiederwahl des Teams um den Bundesvorsitzenden Stefan Körner. In 4 Landesparlamenten und zahlreichen Stadt- und Gemeinderäten brachten die Piraten frischen Wind. In der Seidenstadt tritt die Piratin Sandra Leurs als einzige weibliche Kandidatin für das Amt des Oberbürgermeisters an. Im WahlKlick-Interview mit Christian Voigt gab Sandra Leurs viele private und politische Einblicke.

 

Frau Leurs, Sie wurden von Ihrer Partei für die Wahl des Oberbürgermeisters der Stadt Krefeld am 13. September 2015 als Kandidatin nominiert. Entsprechend der Fraktionsstärke der Piratenpartei im Landtag NRW würden wir Ihnen gerne 19 Fragen stellen, um Sie unseren Lesern näher zu bringen:

Wo möchten Sie leben?
Sandra Leurs: Gerne weiterhin in Uerdingen.

Was schätzen Sie am Lebensraum Niederrhein?
Sandra Leurs: Die Landschaft mit ihren alten Rheinarmen und –auen. Die Menschen mit ihrer offenherzigen Art. Die Nähe zu europäischen Metropolen wie Brüssel, Frankfurt, London oder Paris.

Haben sie einen Lieblingsplatz in Krefeld?
Sandra Leurs: Neben der Uerdinger Rheinfront finde ich St. Matthias und den Rheindamm in Hohenbudberg besonders schön.

Wie verbringen sie ihre Freizeit?
Sandra Leurs: Witterungsabhängig genieße ich ausgedehnte Spaziergänge am Rhein oder an der niederländischen Nordseeküste. Ich lese viel, höre gerne Musik und verbringe Zeit mit meinen sozialen Netzwerken – sowohl online, als auch offline.

Musik ist ein gutes Stichwort: Welche ist Ihre Lieblingsmusik?
Sandra Leurs:  Da bin ich nicht wählerisch: Von Abba bis Zappa, und von Klassik bis Pop.

Welche Künstler bewundern sie am meisten?
Sandra Leurs: Neben Joseph Beuys, dessen Werke letztes Jahr auf Schloß Moyland bewundert werden konnten, mag ich Künstler zu denen ich persönlichen Kontakt habe/hatte, wie den Krefelder Tom Nicht (heute in Bamberg lebend) und Prof. Günther Dohr (+ 2015), beides herausragende Lichtkünstler deren Werke aktuell in Krefeld zu sehen sind.

Wer gehört zu ihren Vorbildern?
Sandra Leurs: Mahatma Gandhi, Naomi Pfeil (Pflegewissenschaftlerin), Werner Schell (Pro Pflege Selbsthilfenetzwerk Rhein Kreis Neuss)

Ihre Stärken?
Sandra Leurs: Zunächst möchte ich betonen, dass ich für Lobbyismus nichts übrig habe. Ich bin empathisch mit einem ausgeprägten Sozialverhalten.

Ihre Schwächen?
Sandra Leurs: Gutes Essen und ein manchmal zu lockeres Mundwerk.

Was ist gutes Essen?
Sandra Leurs: Ich habe keine Leibspeise, ich mag gutes Essen im Großen und Ganzen. Das kann Deutsche Küche, Italienisch, Griechisch, Spanisch, Portugiesisch oder einfach “heel nieuwe Haring met uien” an der niederländischen Nordseeküste sein.

Welches Buch haben sie zuletzt gelesen?
Sandra Leurs: „Innovative Kommunalpolitik für Senioren“ von Christine Bischof und Barbara Weigl. Ich bevorzuge Fachbücher, gerne aus den Bereichen Pflege und Politik, also meinem Beruf und meiner Berufung.

Was wäre eine berufliche Alternative gewesen?
Sandra Leurs: Ich wüsste keine.

Ihre größte persönliche Herausforderung?
Sandra Leurs: Da gab es ein paar „Meilensteine“: 2013 in Düsseldorf der Vortrag “Ein Auge auf die Pflege” anlässlich einem Tag der politischen Arbeit der Piratenpartei NRW. 2014 in Kleve eine Rede zu „Cannabis in der Medizin“ auf dem Landesparteitag, sowie die Aufstellung zur Kommunalwahl. 2015 ein Redebeitrag über „Pflege am Boden“ auf dem Landesparteitag der Piratenpartei NRW und nicht zuletzt die Aufstellung als Kandidatin zur Oberbürgermeisterwahl im September.

Was unterscheidet Sie von den Kandidaten der Altparteien?
Sandra Leurs: Falls es Ihnen noch nicht aufgefallen ist: Ich bin die einzige Frau im Rennen!

Warum meinen Sie und ihre Wähler, dass sie eine gute Bürgermeisterin wären?
Sandra Leurs: Krefeld in der aktuellen Situation zu steuern bedarf starker Nerven und einer in jeder Situation ruhigen Hand. Wenn Sie – so wie ich – den Beruf der examinierten Altenpflegekraft über viele Jahre in Deutschland ausgeübt hätten, wüssten Sie mit Ihren eigenen Grenzen umzugehen und mit jeder stürmischen See fertig zu werden.

Demnach gehen Sie also als klare Siegerin aus der Wahl hervor?
Sandra Leurs: Nein. Auch wenn die Kommunalkasse das eigentlich nicht hergibt, rechne ich mit einer Stichwahl zwischen Frank Meyer und mir.

Welche Reform bewundern Sie am meisten?
Sandra Leurs: Positiv: Die gleichgeschlechtliche Ehe ; Negativ: Hartz IV

Bitte vervollständigen sie diesen Satz: Den Menschen geht es gut, wenn …
Sandra Leurs: … sie frei, ohne Zwang und Furcht leben können.

Und noch diesen: Der Wirtschaft geht es gut, wenn …
Sandra Leurs: … sie stabile Umsätze und gute Roherträge schreibt.

Frau Leurs, Danke für Ihre Zeit und viel Erfolg auf Ihrem weiteren Weg!

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