Duisburg. In der Reihe „Gut leben in Deutschland“ besuchte Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrem 3. Bürgerdialog den Duisburger Problemstadtteil Marxloh. Fast 2 Stunden diskutierte Merkel mit knapp 60 von der Stadt ausgewählten Bürgerinnen und Bürgern sowie im Stadtteil ehrenamtlich und professionell Tätigen im Hotel Montan über die kritische Lebenssituation vor Ort. Abschließend versprach Merkel Mitarbeiter der Bundesministerien zur kooperativen Aufarbeitung der Kritik und Wünsche mit Land und Stadt nach dem als No-Go-Area bezeichneten Stadtteil zu senden. Die Duisburger Bundestagesabgeordneten Volker Mosblech (CDU) und Mahmut Özdemir (SPD) beschrieben im Anschluss gegenüber LokalKlick ihre Eindrücke vom Bürgerdialog. von Christian Voigt

Bürgermeister Mosblech MdB empfand das Treffen der Bürger mit der Kanzlerin hervorragend organisiert: „Die Stimmung war gut und konstruktiv, die Fragen der Marxloher waren intensiv vorbereitet und authentisch vorgetragen.“ Viele individuelle Fragen und Kritiken, wie z.B. die bürokratischen Probleme bei Antragsstellungen der Werkkiste oder das Gefühl der Benachteiligung eines türkisch-stämmigen Bürgers imponierten dem Christdemokraten. Die Kanzlerin habe interessiert und intensiv zugehört sowie mit wertvollen Tipps und Anregungen geantwortet, so Mosblech. „Frau Merkel will die Arbeit von Bund, Land und Stadt durch eine Fachgruppe oder Kommission besser koordinieren“, erklärt der Wahlkreisinhaber. So sollen bürokratische Hemmnisse für die vielen ehrenamtlich Aktiven abgebaut werden. Nach Ansicht Mosblechs entstand durch Merkels positiv aufgenommenen Vorschläge ein Wir-Gefühl, „dass einen Push für und durch den Stadtteil erzeugen wird.“

Mosblechs Bundestagskollege Mahmut Özdemir begrüßte es auch, dass „Mitglieder der Bundesregierung – so wie jetzt die Bundeskanzlerin – meinen Wahlkreis besuchen. Wie von jedem anderen hochrangigen Politiker, so erwarte ich auch von Frau Merkel, dass die Handlungsfelder, die wir mit den Bürgern gemeinsam erarbeitet und benannt haben, nun verbindlich bearbeitet werden.“ Dafür sichere Özdemir auch seine Unterstützung zu und werde die Menschen vor Ort in gewissen Zeitabständen gerne auf dem Laufenden halten. „Nur Verbindlichkeit kann Politikverdrossenheit wirksam bekämpfen“, so der Sozialdemokrat.

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