Oberhausen. Am Donnerstagabend gegen 21.35 Uhr meldeten sich aufmerksame Bürger bei der Polizei: Sie gaben Hinweise auf eine größere Personengruppe in der Nähe einer neu eingerichteten und zurzeit noch unbewohnten Erstaufnahmeeinrichtung auf der Schladstraße, der ehemaligen Stötznerschule. Zeitgleich stellten Polizeibeamte im Rahmen der verstärkten polizeilichen Maßnahmen, die im Zusammenhang mit Asylbewerberheimen umgesetzt worden sind, diese Gruppe fest.

Die 14-köpfige Gruppe mit Personen aus verschiedenen Städten war augenscheinlich der rechten Szene zuzurechnen. Mit verstärkten Polizeikräften wurden vor Ort die Personalien der Gruppe festgestellt und den Personen ein Platzverweis erteilt. Nach Verlassen der Örtlichkeit skandierten einige Personen ausländerfeindliche Parolen. Daraufhin wurden mehrere Personen dem Polizeigewahrsam zugeführt. Bei ihnen handelt es sich um sieben Männer im Alter von 20 bis 42 Jahren aus Duisburg, Essen Gelsenkirchen und Oberhausen. Noch in der Nacht wurde der Staatsschutz verständigt, der die Ermittlungen übernommen hat. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurden die Personen wieder aus dem Gewahrsam entlassen, die Ermittlungen wegen Volksverhetzung dauern an.

Bereits gegen 18.30 Uhr hatte die Polizei von einer aufmerksamen Bürgerin den Hinweis auf vier offensichtlich rechtsorientierte Personen in einem Zug erhalten. Als die Polizei am Bahnhof Oberhausen die Männer kontrollieren wollte, flüchteten diese. Daraufhin waren die polizeilichen Maßnahmen im Zusammenhang mit Asylbewerberheimen noch einmal verstärkt worden. Eine dieser Personen, ein 19-jähriger Duisburger, konnte bei dem Einsatz um 21.35h an der Erstaufnahmeeinrichtung identifiziert und festgenommen werden. Konkrete Hinweise auf einen möglichen geplanten Anschlag auf die Erstaufnahmeeinrichtung liegen nicht vor.

Der Fraktionsvorsitzende der Linken Liste Oberhausen, Yusuf Karacelik, verpönt heute in einer Stellungnahme „die rechte Hetze gegen Flüchtlinge“. Karacelik bezeichnet den Vorfall an der Stötznerschule als schrecklich und menschenverachtend: „Auch wenn die Flüchtlinge erst noch eintreffen werden und glücklicherweise diesen rechten Mob nicht begegnen mussten, ist dieses Ereignis erschütternd und lässt die Frage offen, ob und inwiefern die anzutreffenden Flüchtlinge in Sicherheit sind.“ Daher appelliert die Linke Liste an alle friedliebenden Menschen, sich um die Schutzbedürftigen Flüchtlinge zu kümmern und diese eine willkommene Ankunft in Oberhausen zu ermöglichen. „Alle Oberhausenerinnen und Oberhausener stehen in der Verpflichtung, gegenüber menschenverachtendes und rechtes Gesindel -wie von gestern Abend – nicht zu schweigen, sondern zu handeln“, so Karacelik weiter. „Lasst uns rechten Hetzern weder die Straße überlassen noch ihnen Platz einräumen, Menschen zu bedrohen und in ihrer Sicherheit zu gefährden.“ Stattdessen ruft er alle Oberhausenerinnen und Oberhausener auf, ein klares Zeichen des Willkommens und des Schutzes zu setzen.

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