Krefeld. Zur aktuellen Sonderausstellung „Kirschblüten und Haifischhaut – Textilien der Samurai und Bürger in der Edo-Zeit“ im Deutschen Textilmuseum Krefeld ist ein Katalog erschienen. In der Ausstellung wird eine in Europa einmalige Sammlung an japanischen Edo-komon-Gewändern aus dem 18. und 19. Jahrhundert gezeigt. Die Gewänder zeichnen sich durch kleine, sehr feine Muster aus, die durch Schablonen-Färbung entstanden sind. Sie stellten den künstlerischen Höhepunkt dieser Färbetechnik in Japan dar. Das Deutsche Textilmuseum verfügt alleine über 75 Kleidungsstücke mit Edo-komon-Mustern, die einst nur den Samurai vorbehalten waren. Insgesamt werden in „Kirschblüten und Haifischhaut“ über 120 Exponate präsentiert: Historische No-Gewänder und andere japanische Textilien aus der Sammlung, eine Samurai-Rüstung, Farbholzschnitte, Fotografien sowie No-Masken. Konzipiert wurde die Ausstellung von Kurator Walter Bruno Brix gemeinsam mit Dr. Isa Fleischmann-Heck, stellvertretende Museumsleiterin.

Walter Bruno Brix ist Experte für ostasiatische Textilien mit Schwerpunkt auf japanischen Textilien. Er reiste für mehrere Studienaufenthalte nach Japan und ist als Kurator und Autor für Museen und Sammlungen tätig. Im nun vorliegenden Katalog schreibt er über „Ausgewählte Kostbarkeiten japanischer Textilien im Deutschen Textilmuseum Krefeld“. Dr. Isa Fleischmann-Heck beschäftigt sich in ihrem Beitrag „Japanischer Formenschatz in Krefeld“ mit den japanischen Färbeschablonen in Krefelder Museen. „Die allgemeine Japanbegeisterung, die viele Länder Europas in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erfasste, ist ebenfalls für Krefeld belegt, wo nicht nur die Museen bemüht waren, ostasiatische Kunstwerke auszustellen und einen „japanischen Formenschatz“ anzulegen, sondern sich auch einheimische Bürger als Sammler und Stifter engagierten“, so die stellvertretende Museumsleiterin. Weitere Beiträge stammen von Monica Bethe, einer Expertin für No-Theater und japanische Webtechniken. Sie ist Direktorin des Instituts für mittelalterliche japanische Studien in Kyoto. Der Aufsatz „Gekreuzte Falkenfedern – Vom Muster zum Wappen“ wurde von Olaf Schneemann verfasst. Er studierte Ostasiatische Kunstgeschichte und Japanologie. Schneemann ist Experte in der Asiatischen Abteilung bei Van Ham Kunstauktionen in Köln. Japanologin Annegret Bergmann hat den Beitrag „No als öffentliches Theatervergnügen zur Edo-Zeit“ geschrieben. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Kunsthistorischen Institut der Freien Universität Berlin.

Der reich bebilderte Katalog (64 Seiten) ist im Museumsshop des Deutschen Textilmuseums Krefeld, Andreasmarkt 8, und im Buchhandel erhältlich. Der Katalog kostet 18 Euro. Die Ausstellung „Kirschblüten und Haifischhaut – Textilien der Samurai und Bürger in der Edo-Zeit“ wird noch bis zum 13. Dezember gezeigt. Sie steht unter der Schirmherrschaft des Japanischen Generalkonsulats Düsseldorf.

Beitrag drucken
Anzeigen