In wenigen Minuten werden die Busse der DVG wieder blitzsauber (Foto: Duisburger Verkehrsgesellschaft AG)

Duisburg. Es ist bereits winterlich kalt. Laut der Wettervorhersage soll weiter Schnee fallen. So können verschneite und glatte Straßen dafür sorgen, dass der Weg von A nach B zur Rutschpartie wird. Auch die Busse und Bahnen der Duisburger Verkehrsgesellschaft AG (DVG) müssen sich ihren Weg durch die schwierigen Wetterverhältnisse bahnen. Damit sie die Wege sicher zurücklegen können, hat sich das Unternehmen bereits auf den Winter vorbereitet.

Über die Wintermonate erhält die DVG stets aktuelle Meldungen des Wetteramtes Essen. Diese werden umgehend an den Bereitschaftsdienst weitergeleitet. „Wenn uns beispielweise die Meldung ‚Schneefall’ erreicht, werden bei uns unterschiedliche Prozesse angestoßen, die wir aus jahrelanger Erfahrung entwickelt haben“, erklärt Bernd Bandurski, Leiter Fahrweg bei der DVG.

Vorbereitung für die Bahnen

Die Straßenbahnen der DVG sind stets mit Weichenbesen und Schienenkratzern auf der Strecke. Mit den Bürsten der Weichenbesen können die Fahrer bei Bedarf die Weichen von Schnee befreien. Die Schienenkratzer werden eingesetzt, falls sich Eis in den Rillen der Schienen festsetzt. Wenn die Temperatur auf drei Grad Celsius absinkt und Schneefall einsetzt, springen an den rund 150 Weichen im Duisburger Schienennetz automatisch die eingebauten Heizungen an. Sie verhindern das Einfrieren der Weichen und schmelzen den Schnee, der sich zwischen den Weichen verfängt. So kann der Schnee nicht zu Eis gefrieren und die Weichen blockieren. Zum Stromsparen können die Weichenheizungen auch auf Bereitschaft gestellt und bei Bedarf von der Leitstelle gesteuert werden.

Wenn der Winter richtig Einzug hält, kommt die sogenannte Schneewache zum Einsatz. Außerhalb der Betriebszeiten fahren dann Bahnen über die verschneiten Schienen, um diese vom Schnee frei zu halten. So wird auch ein Vereisen der Fahrleitung verhindert. Zusätzlich ist das Schienenschleiffahrzeug mehrmals am Tag im gesamten Streckennetz unterwegs und entfernt Schmierfilme von den Schienen. Das Schienenschleiffahrzeug ist unabhängig vom Winter das ganze Jahr über im Einsatz.

Sand für die Straßenbahnen

Gerade im Herbst und Winter benötigt die DVG besonders viel Sand für die Straßenbahnen. Beim Anfahren können die Radreifen durchdrehen. Um dies möglichst zu verhindern, streuen bei glatter Schiene Sandanlagen, die sich in den Fahrzeugen befinden, Sand vor die Räder der Bahn. „Die Bahnen haben einen Gleit- und Schleuderschutz, der den Sand automatisch streut“, erklärt Andreas Offer, Abteilungsleiter Schienenfahrzeugtechnik bei der DVG. „Das kann der Fahrer auch selbst steuern. Sobald er das Gefühl hat, ins Rutschen zu kommen, drückt er auf den entsprechenden Taster.“ Der Sand erhöht die Reibung zwischen Radreifen und Gleis, sodass die Bahn nicht so leicht ins Rutschen kommen kann. Auch bei Notbremsungen kommt der Sand automatisch zum Einsatz. „Bei schlechten Witterungsverhältnissen passen unsere Fahrer ihre Fahrweise natürlich an“, sagt Offer. Auf dem Gelände am Betriebshof Grunewald steht ein Silo, das rund 20 Tonnen Sand fasst. Im Jahr benötigt die DVG etwa 200 Tonnen Sand.

Vorbereitung für die Busse

Die Busse der DVG fahren mit Ganzjahresreifen mit gültiger Matsch und Schnee-Kennung (M+S). Die DVG montiert ausschließlich Neureifen, die das sogenannte „Alpine“-Symbol aufweisen. Das dreigezackte Bergpiktogramm mit der Schneeflocke in der Mitte ist Pflicht für alle Winterreifen, die ab 1. Januar 2018 hergestellt werden.

„Für eine gute Sicht und ein sauberes Erscheinungsbild werden unsere Busse ein bis zwei Mal pro Woche in unserer Waschanlage mit biologischer Wasseraufbereitungsanlage gereinigt“, erklärt Marc Schwarzer, Abteilungsleiter Fahrzeugtechnik Busse. „Die Fahrzeuge werden auch bei frostigen Temperaturen gereinigt, da wir die Busse in einer beheizten Halle abstellen können.“ Alle Busse verfügen über moderne Heizungs- und Klimaanlagen, die auch bei häufigen Öffnungs- und Schließvorgängen der Türen für eine nahezu gleichbleibende Innenraumtemperatur von etwa 22 Grad Celsius sorgen.

Verschneite Haltestellen

Nicht zuletzt sorgt die DVG an den Haltestellen für freie Wege: Die Haltestellen werden bei einsetzendem Schneefall schnellstmöglich von Glatteis und Schnee befreit, damit ein rutschfreies Ein- und Aussteigen möglich ist. An den Straßenbahnhaltestellen liegt dies in der Verantwortung des Verkehrsunternehmens, an Bushaltestellen obliegt die Aufgabe entweder der Stadt oder den Grundstückseigentümern.

Wem das Kratzen der Scheiben am eigenen Auto zu lästig oder die Fahrt durch den Schnee zu unsicher ist, für den ist der Umstieg auf die DVG sicher eine gute Alternative. Fahrplanauskünfte gibt es auf der DVG-Internetseite unter dvg-duisburg.de oder telefonisch unter 0203 60 44 555.

Schutz vor der Kälte

Die DVG bietet obdachlosen Mitbürgern bei den winterlichen Temperaturen Hilfe an und hat die U-Bahnstation am Hauptbahnhof seit Ende November vergangenen Jahres geöffnet. So bleibt die Zwischenebene der U-Bahnstation am Duisburger Hauptbahnhof (Ostseite/Mülheimer Straße/Ecke Neudorfer Straße) auch während der Betriebsruhe geöffnet. Der Zugang befindet sich am Ende des Fußgängerbereiches der Bushalle. Damit schafft die DVG, insbesondere für die Nachtstunden, einen zusätzlichen Raum zum Schutz vor der Kälte. Diese Regelung besteht bis zu einer deutlichen Wetterbesserung.

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