Andreas Reinhard (Foto: Duisburger Philharmoniker)

Voerde. Mit Andreas Reinhard (Klarinette) und dem Streichquartett der Duisburger Philharmoniker

In diesem Jahr findet am Sonntag, dem 29. September um 18 Uhr das traditionelle Herbst-Konzert des kleinen Kulturvereins r(h)ein-kultur-welt auf dem Voerder Haus Wohnung statt (Frankfurter Str. 355, Voerde). Diesmal steht Andreas Reinhardt mit der Klarinette im Mittelpunkt. Er wird begleitet vom Streichquartett der Duisburger Philharmoniker. Sie spielen Stücke von Karl Maria von Weber, Felix Mendelsohn Bartholdy und Wolfgang Amadeus Mozart.

Die Kooperation zwischen den Duisburger Philharmonikern und r(h)ein-kultur-welt hat schon für viele wunderbare Konzerte gesorgt. Dies wird nun ein weiterer Höhepunkt: der bekannte Klarinettist Andreas Reinhardt ist seit 1991 Mitglied der Duisburger Philharmoniker. Seit 10 Jahren lehrt er „nebenbei“ an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf Klarinette. Begonnen hat bei ihm alles mit einer Benny Goodman-Scheibe in Opas altem Plattenschrank: Andreas Reinhard war sofort klar, er würde die verhasste Blockflöte voller Freude gegen die Klarinette eintauschen. Mit 10 Jahren und erwartungsvollen Augen stand er dann vor seinem ersten sehr netten Klarinettenlehrer. Der schickte ihn mit 14 Jahren in das Jugendsinfonieorchester der Stadt Düsseldorf. Die erste Brahms-Sinfonie, Beethoven, Mozart, ein Bundespreis mit einem Bläserquintett bei „Jugend musiziert“ faszinierte ihn immer mehr und so konkretisierte sich allmählich der Berufswunsch Orchestermusiker. Es folgte ein Klarinetten-Studium bei Prof. Klein an der Kölner Musikhochschule und 1989 das Konzertexamen bei Prof. Kindermann an der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf. Bisheriger Höhepunkt war eine Konzertreise 2009 mit den Berliner Philharmonikern unter Sir Simon Rattle. 2010 wurde er dann nochmals für ein Sinfoniekonzert nach Berlin eingeladen.

Das Streichquartett der Duisburger Philharmoniker besteht aus: Teruko Habu (Violine), Tonio Schibel (Violine und Viola), Karla Rivinius (Viola) und Friedmann Dreßler (Violoncello). Teruko Habu spielte schon unter Sir Simon Rattle und Sir Colin Davis. Sie ist seit 2014 bei den Duisburger Philharmonikern (DP). Tonio Schibel ist seit 1999 dritter Konzertmeister bei den DP und zudem Jurist mit 2. Staatsexamen. Die Bratschistin Karla Rivinius wußte schon mit 4 Jahren, dass sie Orchestermusikerin werden wollte. Friedmann Dressler gehört als stellvertretender Solocellist seit 1987 den DP an betätigt sich auch als Komponist und Arrangeur.

Gemeinsam mit dem Streichquartett der Duisburger Philharmoniker spielt Andreas Reinhard Karl Maria von Webers Klarinettenquintett B-Dur op. 34 und Wolfgang Amadeus Mozarts Klarinettenquintett A-Dor, KV 581. Das Streichquartett der Duisburger Philharmoniker spielt vor der Pause noch das Streichquartett a-moll, 13 von Felix Mendelsohn Bartholdy.

Karten zum Preis von 18 Euro (Schüler und Studenten zahlen vier Euro) gibt es im Vorverkauf in Voerde bei Schreibwaren Groos, Friedrichsfelder Str. 20 (02855-81958), den Buchhandlungen Korn am Dinslakener Altmarkt (02064-58310) und in Wesel, Brückstraße 13 (0281-21876), in der Buchhandlung Kammer in Hamminkeln, Diersforter Str. 4 (02852-9651617), sowie bei Buch & Präsent Mila Becker in Friedrichsfeld, Bülowstr. 4 (0281-41409), eventuelle Restkarten an der Abendkasse.

Und: Menschen, die sich gerne den Abend anhören möchten, es aber wegen ALG II-Bezug oder ähnlichem nicht finanzieren können, senden eine Mail an r_k_w@web.de. Unter Ihnen werden Eintrittskarten für 4 Euro verlost.

 

Andreas Reinhard

Der Düsseldorfer Klarinettist begann seine musikalische Laufbahn im Jugend-Sinfonieorchester der Clara-Schumann-Musikschule. Es folgte ein Jungstudium bei Prof. Klein an der Kölner Musikhochschule. Parallel zur musikalischen Ausbildung liefen Abitur, Gründung eines Swing-Quartetts (die erste Scheibe lässt einen einfach nicht mehr los), Erlernen des Saxophons und musizieren aller Arten und Sparten.

So gab es nette Swing-Muggen, interessante Bigband-Jobs, spaßige „Blasmusi“ im Oberbergischen und lukrative Coverband-Galas. Obwohl die Ausflüge in die U-Musik im wahrsten Sinne sehr „unterhaltend“ waren und auch nach wie vor sehr inspirierend sind, lag der Focus von Andreas Reinhard immer auf dem Klassikstudium, das er als 25-jähriger „mit Auszeichnung“ abgeschlossen hat. In diese Zeit fielen auch der 1. Preis beim Tonger-Wettbewerb der Musikhochschule Köln sowie anschließende Solokonzerte mit dem Münchener Kammerorchester.

Es folgte 1989 das Konzertexamen bei Prof. Kindermann an der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf, sowie parallel dazu ein einjähriges Praktikum bei den Duisburger Philharmonikern, die von 1991 an sein endgültiges Heimatorchester werden sollten. Des weiteren hat der zweifache Familienvater seit nun schon über 10 Jahren einen Lehrauftrag für Klarinette an der Düsseldorfer Robert Schumann Musikhochschule.

Doch nicht nur Benny Goodman taugt für Andreas Reinhard als Idol. Auf dem Tennisplatz folgt er nach wie vor den Spuren von Björn Borg (der alte Holzschläger ist doch inzwischen eingetauscht), und entspannt sich bei längeren Mountainbike-Touren im Bergischen Land.

 

Tonio Schibel,

Sohn einer Koreanerin und eines Deutschen, wurde 1970 in Kanada geboren. Im Alter von neun Jahren erhielt er seinen ersten Geigen-, später auch Klavierunterricht. Rasch stellten sich erste Erfolge bei Jugendwettbewerben ein, an die sich die Mitwirkung in mehreren Jugendorchestern anschloss. Nach dem Abitur  begann er in Heidelberg mit dem Jurastudium, das er mit einem Prädikatsexamen abschloss. Auch das zweite juristische Staatsexamen legte er in Heidelberg ab. Parallel hierzu setzte er sein Musikstudium bei Wanda Wilkomirska an der Musikhochschule Mannheim fort. Nach dem Konzertexamen entschied er sich endgültig für den Musikerberuf. Er erhielt ein Stipendium des DAAD, das ihm einen Studienaufenthalt bei Yfrah Neaman an der Guildhall School of Music and Drama in London ermöglichte. Seit 1999 ist Tonio Schibel dritter Konzertmeister der Duisburger Philharmoniker. Fortbildungen im Bereich der alten Musik, eine regelmäßige Zusammenarbeit mit zeitgenössischen Komponisten sowie zahlreiche kammermusikalische Projekte ergänzen seine Tätigkeit.

 

Teruko Habu

wuchs den USA, Japan und England auf. Im Jahre 2000 wurde sie das erste asiatische Mitglied des National Youth Orchestra of Great Britain und sammelte Orchestererfahrung unter Sir Simon Rattle und Sir Colin Davis. 2003 erhielt sie ein Stipendium für ein Studium bei Prof. Marianne Thorsen an der Royal Academy of Music in London. Nach dem Bachelor-Abschluss setzte sie ihr Studium in Lübeck bei Thomas Brandis fort. 2012 beendete sie ihre Ausbildung mit dem Master of Music. Von 2010 bis 2014 spielte sie im NDR Sinfonieorchester, seit 2014 ist sie festes Mitglied der ersten Geigen bei den Duisburger Philharmonikern.

 

Friedmann Dreßler

Geboren in Dresden als Sohn eines komponierenden Orchestermusikers, studierte Friedmann Dreßler Violoncello in Dresden bei Inge Schreier und in München bei Professor Fritz Kiskalt. Als stellvertretender Solocellist gehört er seit 1987 den Duisburger Philharmonikern an. Seit 1994 musiziert er regelmäßig im Orchester der Bayreuther Festspiele. Der Orchestermusiker betätigt sich auch als Komponist und Arrangeur. Auf diesem Gebiet hat er konsequent seinen eigenen Weg gesucht, denn an der Hochschule hat der vielseitige Musiker außer den obligatorischen Tonsatzkursen keinen Kompositionsunterricht erhalten. Aus eigenem Antrieb oder als Auftragswerke entstand Kammermusik (Lieder, Quartette u.a. Besetzungen) sowie Orchesterkompositionen und Filmmusik.

Im Jahre 2003 erstellte Dreßler eine Kammermusikfassung von Mendelssohns „Sommernachtstraum“, 2009 entstand der „Symphonischen Ring“ nach dem Musikdrama von Richard Wagner, 2012 wurde sein musikalisches Märchen „Die Geschichte von Kalif Storch“ uraufgeführt. Die beiden letzten Werke sind auch auf CD erschienen. Und heute folgt die Uraufführung seiner „Elegie für Harfe und Englischhorn“.

Beitrag drucken
Anzeigen